Blüten zum Schlürfen

Freitag, 13 Juli 2012

Die Zeit, in der Blüten uns nur im Garten oder in der Vase erfreuten, sind vorbei. Endlich erinnern wir uns wieder an Königskerzensuppe und Veilchengelee, an Rosensirup und Raukenessig, an köstlich schmeckende Taglilien zu Fleisch oder kandierte Engelwurz als Kuchenauflage. Sind die blauen Blüten des Günsels wirklich nur zum Ansehen da? Nein, er schmeckt gut zum Kartoffelgericht und macht sich auch gut in einer Fischsauce. Wer hat schon einmal die Blüte eines kleinblütigen Weidenrösleins gekostet und war entzückt, ob ihrer Süße? Bis ins 19. Jahrhundert war die Einbeziehung der Kräuterblüten eine Selbstverständlichkeit, wir müssen sie wieder lernen.

Von Wiesen, Hecken und Bäumen können Blüten in den Kochtopf, den Salat, den Blütensirup, in Essig oder Öl wandern und unsere Sinne ganzheitlich anregen. Ihre Heilkraft ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Kräuterblüten von Zitronenmelisse, Pfefferminze, Indianernessel, Süßdolde, Borretsch, Gundermann, Schafgarbe oder die Blüten von duftenden Gartenrosen, Tagetes, Ringelblumen, Mädesüß oder Nelken erfüllen den ganzen Sommer lang ihren Zweck – sie geben unserer Gesundheit den Kick. Je intensiver der Geruch, desto intensiver ist auch der Geschmack. Natürlich ist darauf zu achten, dass man die jeweiligen Pflanzen genau kennt und dass sie entweder im eigenen Garten gewachsen sind oder aus unberührter Landschaft stammen. Aus Blüten lassen sich im Sommer erfrischende Longdrinks herstellen, die jeder anderen Limonade den Rang ablaufen. Ausgangspunkt ist immer ein Blütensirup, der mit Wasser oder beliebigen Frischsäften gemixt wird.

Rezept für einen Blütensirup:

Etwa ½ kg Blütenblätter (ohne Blütenansätze und Stängel) in einen Topf geben und mit ½ l Wasser übergießen. Langsam bis zum Kochen erhitzen. Den Topf von der Platte nehmen und zugedeckt über Nacht (mindestens aber 1 Stunde) stehen lassen. 300 bis 350 g Zucker hinzufügen, nochmals erhitzen und 10 Minuten bei kleiner Flamme köcheln lassen. Nun durch ein feines Sieb gießen, in kleine Flaschen füllen und verschließen. Der Sirup ist ½ Jahr haltbar, wenn sauber gearbeitet wurde.

Dieser Grundsirup hat, je nach Blüten oder Kräuterart, wunderbare Farbtöne. So ist er bei Lavendelblüten blau, bei Rosenblättern rosa bis rot, knallgelb bei der Königskerze, rot bei Indianernessel und grünlich bei Pfefferminze (Blätter und Blüten nehmen), Melisse (Blätter und Blüten nehmen) oder Schafgarbe (auch hier ohne weiteres außer Blüten auch Blätter nehmen).

Man kann Blüten in Eiswürfelformen (mit Wasser bedeckt) einfrieren und hat so einen Vorrat für die Zeit, in der die Blumen vielleicht nicht mehr blühen.

Sommerbowle

SommerbowleRezeptvorschlag für 4 Gläser :
1 in Scheiben geschnittene Limette (Zitrone)
1 in Scheiben geschnittener Apfel
1 l Mineralwasser
1/8 l Blütensirup, z.B. Holunderblütensirup, Fliedersirup, Indianernesselsirup

Alle Zutaten mischen, mit ½ Päckchen Vanillezucker verrühren, 2 Stunden ziehen lassen, abgießen und servieren. Zitronenscheiben und einige grüne Minzeblättchen oder Borretschblüten zur Verzierung in die Gläser geben.

Für alle Fruchtsäfte (Himbeere, Brombeere, etc.) eignen sich Kräuterblüten zur Verzierung und zur Geschmacksverbesserung, sie ergeben ausgefallene Aromen und sehen hübsch aus. Alle Frucht- und Gemüsesäfte schmecken ungewöhnlicher und sind bekömmlicher, wenn sie mit frischen Kräutern oder mit Gewürzen aromatisiert werden.

 

 

Die wichtigsten Kräuterblüten

Schafgarbe Schafgarbe Achillea millefolium
Sie ist das Kraut der Frauen und vermittelt durch ihre Blüten eine Schwingung, die besonders auf das Immunsystem wirkt und die Selbstheilungskräfte aktiviert. Ein Sirup aus den Blüten ist eine Abwechslung gegenüber dem Tee und schmeckt vorzüglich. Besonders energiereich sind die Blüten von Sonnenhängen, wenn vor dem Pflücken mindestens fünf Tage die Sonne geschienen hat, auch der Vollmondtag ist ein guter Pflücktag. Ein Sirup wird übrigens umso reiner im Geschmack, je weniger Blütenstiele enthalten sind. Dies ist wegen der winzigen Blüten allerdings sehr arbeitsintensiv.
Rose

Rose Ros
Rosa Blütensirup aus den Blütenblättern sollte in der Sommerküche nicht fehlen. Auf keinen Fall Blüten aus dem Blumenladen verwenden, hier sind Schadstoffe wahrscheinlich. Nehmen Sie Blüten von wild wachsenden Heckenrosen oder stark duftende aus der Biogärtnerei oder einem Garten, den Sie kennen. Die Rosen müssen ungespritzt sein. Rosen machen liebevoll und sanftmütig, sie zeigen uns die Welt voller Schönheit und Pracht. Unsere Seele fühlt sich frei und unbelastet. Man kann dieses »Fröhlich-Werden« bei Kindern, die verdünnten Rosensirup getrunken haben, gut beobachten.

 

Rosensirup

100 g Blütenblätter (je mehr die Rose duftet, desto intensiver wird der Sirup im Geschmack) in eine Schüssel geben, und mit ½ l kochendem Wasser bedecken. Abgedeckt über Nacht ziehen lassen (mindestens 12 Stunden). Abseihen, die Flüssigkeit mit ½ kg Zucker und dem Saft 1 Zitrone versetzen, heiß werden lassen, aufkochen und in Flaschen füllen oder einfrieren. Pro Glas 1 EL Rosensirup, etwas Orangen oder Zitronensaft, mit Mineralwasser oder kaltem Grünen Tee auffüllen.

Salbei Wiesen Salbei
Die roten, blauen oder violetten Blüten haben, etwas abgemildert, den Geschmack der Blätter, sie sind herb und leicht bitter. Sie passen aber hervorragend zu Fleisch. Niemals mitkochen, sonst verliert sich die Farbe und wird braun. Entzündungshemmend und krampflösend.
Borretsch Borretsch
Die wunderhübschen sternförmigen blauen Blüten schmecken herb mit einem Schuss Süße. Blut- und harntreibend.
Stiefmuetterchen Stiefmütterchen
Alle Blüten aus der Familie der Veilchen sind essbar und haben ein leichtes Vanillearoma. Sie sind immunstärkend.
Gaenseblumchen Gänseblümchen
Schmecken leicht säuerlich, manchmal bitter. Sind stoffwechselanregend wegen der enthaltenen Gerbstoffe und ätherischen Öle. Für Salate und Suppen als Dekoration
Ochsenzunge Ochsenzunge
Die leuchtend blauen Blüten schmecken wie grüner Salat und sind dekorativ, besonders zu Fisch, Melone und der grünen Avocado. Die Schleim- und Gerbstoffe wirken harntreibend und blutreinigend.
Malve Weg Malven
Alle Malvenblüten sind essbar und geben Speisen ein zartes Aroma, sie wirken bei Magenbeschwerden und Harnsäureerkrankungen.

Löwenzahnsirup

Loewenzahnsirup natalikaevsti - Fotolia

100 g Löwenzahnblüten ohne grünen Hüllkelch mit ½ l Wasser aufkochen und mindestens ½ Stunde ziehen lassen. Abseihen und mit ½ kg Zucker und dem Saft 1 Zitrone unter Rühren eindicken. Heiß in Flaschen füllen oder einfrieren.

Pro Glas 1 EL des Sirups mit kaltem Kräutertee oder Russischem Tee auffüllen. Köstlich schmeckt es, wenn man den Löwenzahnsirup mit dem kalten Tee aus Brombeerblättern auffüllt.

Blütenessig als Getränk

Bluetenessig

Gesundheit pur!
Beliebige Blüten locker in eine Flasche füllen (Rosen, Süßdolde, Lindenblüten, Stiefmütterchen, Lavendel, Mädesüß, Borretsch, Melisse, Ysop, Thymian, u. v. m. einzeln oder gemischt). Apfelessig erhitzen und heiß über die Blüten in die Flasche füllen. Mindestens 2 Wochen stehen lassen. Pur als Salatmarinade verwenden. Verdünnt (2 EL auf 1 Glas Wasser) ist der Blütenessig ein wohlschmeckendes Getränk. 

Intensiv nach den Kräutern schmecken z. B. Lindenblütenessig, Lavendelessig und Melissenessig.

Blüten für eine neue Zeit

Mit der Klimaänderung und der verstärkten Sonnenenergie auf unserer Erde stellen sich uns auch die Pflanzenkräfte anders dar wie noch vor wenigen Jahrzehnten. Genauso wie die Erde und ihre Pflanzen- und Tierwelt müssen auch wir Menschen uns den geänderten Voraussetzungen anpassen, auch wir sind ein Stück Natur. Der Degeneration unserer Lebensenergien können die Informationen aus der Pflanzenwelt, die wir durch unsere Nahrung zu uns nehmen, entgegenwirken. Da aber auch Pflanzen unter der Schwächung ihrer Lebenskraft leiden, sind es vor allem die Blüten und Samen, in denen sich noch genügend Informationen befinden. Hier konzentriert die Pflanze ihre Kraft und wir können ihre geistige Energie nützen, wenn wir sie bewusst und häufig in die Ernährung einbeziehen.  

Kontakt

Freunde naturgemäßer Lebensweise
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Tel.: +43 4212 33461

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